Bach 1720
Ein Hort
alpineSAGENsagen
Aschenbrödel
Kassandra
Babel

 

 

 


Projekt 2001: alpineSAGENsagen

 


Die Vorstufen zum Projekt:

STORIA DI UN CASTELLO, Die Burganlage Misox in Leben und Sage, 1980;

Das Walserschiff, Theaterprojekt zur Identität einer Gesellschaft, 1984 im Rheinwald;

Projekte und Inszenierungen Attinghausen 1993 und Ds Gräis 1996 in Altdorf/Zürich

Babel-Projekt am Musikkonservatorium Zürich 1992;

KASSANDRA, Darstellung eines Mythos 1995;

Robert Walser ASCHENBRÖDEL 1997 als Verbindungsprojekt von Musik- und Schauspieltheater

 


Das Projekt ist abgesagt.

Die von der Direktion der Pro Helvetia in Aussicht gestellte Grundfinanzierung wurde von den Fachgruppen nicht unterstützt "... da weder das Konzept noch die ausgearbeitete Szene die Experten der verschiedenen Sachgebiete überzeugen konnten." (Vergleiche dazu den "Stand der Dinge, Juli 99")

Die  Finanzierbarkeit war also realistisch nicht mehr absehbar  -  14. Dezember 1999

 


Die Idee, das Projekt:

Das Grundwissen des Menschen wird sinnlich vermittelt. Die Grund-"Programmierung" eines Individuums prägt eine Existenz anhaltend, bewusst und unbewusst. Der Stellenwert der erzählerischen Kommunikation ist für die zwischenmenschliche Beziehungs-Bildung von grundlegender Bedeutung, noch bevor der Mensch in die aktive Sprachwelt hineingewachsen ist. Als Vorstufe zur Inhalt-vermittelnden, analytischen Erziehung wirkt die affektive Einbindung basisbildend für den Charakter eines sozialen Kulturraumes. Mit unserem neuen Projekt SAGENsagen möchten wir diese erste Kommunikationsstufe aufgreifen und theatralisch umsetzen.

 

Mündlich überliefertes Wissen, direkt erlebte Oral-history, verbindet bereits im frühesten Alter ein Individuum mit seinem Lebensraum, d.h. mit dem Raum seiner soziokulturellen Zugehörigkeit, verbindet die Menschen und setzt sie in eine direkte, persönliche und interaktive Beziehung. Die Natur in ihren Erscheinungsformen, die Geschichte einer Region und die Konfrontation mit ihnen wirkt somit prägend für die Gesellschaft. Das persönliche Erleben bildet die Basis für die individuelle Verankerung und für das Gefühl der Zugehörigkeit. Der Mensch wird zu einem Teil eines überblickbaren, kulturellen Zusammenhangs - und wird fähig, eine innere Verantwortung zu erleben.

 

Der Mensch in der Nähe des Alpenkamms wurde früher von der Lebensform in dieser Natur charakterlich noch stärker geprägt als heute. Hüben und drüben vom Alpenkamm setzte er sich mit gleichen oder wenigstens ähnlichen Erscheinungen, Gefahren und Lebenskulturen auseinander, wurde geprägt, prägte sie und veränderte deren Bedeutung und Rezeption. Die Erzählungen, die aus diesem Lebenszusammenhang stammten, waren an verschiedenen Orten ähnlich und wollten ähnliches bewirken. Die Regionen waren Teil eines alpinen Zusammenhangs. Die kulturellen Eigenheiten, die geographischen Zusammenhänge und die Mehrsprachigkeiten in diesen Gebieten würdigend wurde das Projekt zu alpineSAGENsagen konzentriert.

 

Die persönliche Beziehung und Bindung zu Mensch, Sprache, Raum und Geschichte, lässt das Leben im Zusammenhang erahnen. Das Leben prägt und lässt sich prägen. Die Sage setzt Zeichen dieser Auseinandersetzung.

 

 

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Die Themen:

Übergänge in der Zeit, im Raum und in der Kommunikation zwischen den Generationen

Sagen, Volksmythologie im alpinen Raum – die Menschen- und die Naturfreundlichkeit, resp. –feindlichkeit in den Alpen

Die Abgrenzungen und die Verbindungen (von Jura zu Jura, von Mittelland zu Po, von Alpenfuss zu Alpenfuss, Alpenländer und menschliche Räume, staatliche und individuelle Grenzen)

Sprachen, Dialekte, Zugehörigkeiten. Die Funktion der Trennung und der Verbindung, der Brückenschlag zwischen den Lebensidentitäten. Alpine Regionen – alpine Themen

Lesarten der Sagenwelt, Parallel-aus-sagen, Contra-sagen: Sagensagen

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Die Arbeitsschritte:

Projektorientierte Forschung der Sprachen, Rhythmen und KlangweltenProjektbezogene Sagen- und Kulturforschung in den definierten RegionSzenische, musikalische und verbale Forschung in der Vernetzung (Sagenraum – Musikraum – Bühnenraum)Erzählen und Weitererzählen als Grundkraft und Lebensimpuls

 

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Die Kantone und die Sprachen:

Graubünden:

Bündner- und Walserdeutsch, rätoromanische Idiome, italienische Dialekte

 

Uri:

Der Dialekt und die Sprachen im Transitland

 

Wallis:

Die Dialekte und ihre Hochsprachen, Deutsch und Französisch

 

Tessin:

Die Dialekte, Italienisch, Walserdeutsch

 

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Die Zeitplanung: (Mit der Expo 2001 um ein Jahr verschoben)

Herbst 98

Grundsatzentscheidung, Besetzung der Leitungspositionen, erste halbszenische Testphasen

 

Frühjahr 99

Regionale Verankerungen, Realisierungskonzepte, Budgetierung, Konstituierung des wissenschaftl. Beirates

 

Herbst 99

Textfassungen und Konstituierung der Spielgruppen, gesicherte Finanzierung

 

Ab Januar 2000 

Vorproben, technische Vorbereitungen

 

Herbst 00

Besetzungen, Proben

 

Frühjahr 01

Regionale Aufführungen, Aufnahmen, Dokumentation

 

Herbst 01

Wiederaufnahme und Zusammenführung für die Expo, und für 4 Hauptstädte der Schweiz,  Rückführung der Auswertung in die Regionen, Bild- und Tonaufnahmen und Dokumentation der Expofassung

 

Anfang 02 

Auswertungen und Abschlüsse, Schlusspublikation

 

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Die Arbeitsschritte:

Eine halbszenische Testphase pro Sprachgrossregion

Vier bis fünf verschiedene Aufführungsprojekte in den Regionen (Kantonale Projekte: Graubünden, Uri, Tessin, Wallis, ... weitere?)

Zusammenführung und Auswertung der Aufführungen in den Kantonen. Sprachlich übergreifendes Projekt mit verschiedenen Aufführungen (Expo Projekt)

Ein Projekt, vier Ausrichtungen und eine Zusammenführung

 

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Die Produkte:

Die Erarbeitung der Projekte in den Regionen

Die Brückenfunktion Randregion-Zentrum: Aufführungen in den Regionen, Gastspielorte in den Zentren

Gesprächsforum zum Sagenprojekt in direkten Aussprachen und über Internet, thematische Weiterentwicklung

CD über Alpine Sagen in den jeweiligen Sprachen/Dialekten, musikalische Weiterentwicklung

Film-, Video-, Foto-, Buch – Dokumentationen und Weiterverarbeitung

 


Die Strukturen:

theaterforum.ch  -  3 Personen im Vorstand

Konzept, Grundorganisation – 1 Person

Basisstruktur: Projektleitung/Sekretariat (50%), Dramaturgie (33%), wissenschaftlicher Beirat (punktuell), musikalische Leitung, Ausstattung, PR-Konzeption, Dokumentation und Grafik – 10 Personen

Vier Kantonale Strukturen

eine Regie, vier Assistenzen, vier künstlerische und technische Projektgruppen – 4 x ca. 30 Personen

Eine Expo Projekteinheit

eine organisatorische, künstlerische und technische Projektgruppe – ca. 50 Personen

 

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Das Wort, der Mensch und die Zeit:

Folgende Fragestellungen werden von besonderer Bedeutung sein:

Was bildet die Voraussetzung für die menschliche Kommunikation.

Welche Sprache kommt vor der Sprache.

Was gehört zur Basis einer menschlichen Existenz, was zum Aufbau.

 

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